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Fehlsichtigkeiten und Augenkrankheiten

Weitere Möglichkeiten der Sehfehlerkorrektur

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Intraokularlinsen

Die Implantation von Intraokularlinsen ist eine gängige Vorgehensweise, um Patienten, die beispielsweise unter einem fortgeschrittenen Grauen Star leiden, erneut eine intensive und ungetrübte Sicht zu ermöglichen. Aber auch bei anderen Augenerkrankungen wie Fehlsichtigkeiten und Hornhautverkrümmungen ist eine Kompensation durch Intraokularlinsen möglich.

Grundsätzlich bestehen Intraokularlinsen meist aus hydrophobem Acrylat, also einem Weichkunststoff, der besonders verträglich ist, der möglichst keine Abstoßungsreaktionen provozieren soll und dessen optische Eigenschaften denen der echten Linse nachempfunden sind.

Durch einen operativen Eingriff werden die Intraokularlinsen in gefaltetem Zustand ins Auge eingesetzt. Im Augeninneren entfalten sie sich und werden mit kleinen elastischen Bügeln fixiert. Man unterscheidet hier zwischen Vorderkammerlinsen, die zwischen Iris und Hornhaut eingesetzt werden und dabei entweder an der Iris oder im Kammerwinkel befestigt werden, und zwischen den Hinterkammerlinsen. Diese werden zwischen Iris und Glaskörper in der Nähe der alten Linse platziert. Bei Patienten mit Grauem Star wird zuvor die natürliche Linse entfernt und diese dann durch die genau angepasste Intraokularlinse ersetzt. Dieses Verfahren nennt man den refraktiven Linsentausch.

Ein wesentlicher Nachteil der klassischen Monofokallinsen ist allerdings, dass sie nicht wie die echte Linse fähig zur Akkommodation sind. Sie können also die Sichttiefe nicht variieren. Daher gibt es mittlerweile auch spezielle multifokale Intraokularlinsen, die zwei Brennpunkte aufweisen, einen für die Nah- und einen für die Weitsicht. Die Multifokallinse besteht also quasi aus mehreren Linsen und ermöglicht somit die volle Sehschärfe in unterschiedliche Entfernungen.

Grundsätzlich können durch die Implantation von Intraokularlinsen Abweichungen der Sehschärfe um mindestens fünf Dioptrien korrigiert werden. Bei Weitsichtigkeit kann der Sehfehler bis zu +10, bei Kurzsichtigkeit sogar bis zu -25 Dioptrien betragen. Die Implantation ist also nicht nur eine Alternative zur Laserbehandlung, sondern kann in einigen Fällen auch alleinige Wirksamkeit beanspruchen.

Vorab sollte aber eine sorgfältige Untersuchung des Patienten erfolgen. Dieser sollte volljährig und gesund sein, das Auge muss ausgewachsen sein. Um die Intraokularlinse passgenau anfertigen zu können und den Operationsverlauf zu planen, muss das Auge vermessen werden. Hornhautdicke und -struktur, sowie Sehschärfe und Pupillengröße müssen exakt bestimmt werden, um ein optimales Ergebnis erzielen zu können.

Die Implantation von Intraokularlinsen ist heute ein geläufiges Verfahren. Weltweit wurden bereits ca. 25 Millionen Operationen durchgeführt.

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